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HINTERGRUND

Die Erklärung von Rom (The Declaration of Rome)

Pontificia Universita Gregoriana; World Congress: Child Dignity in the Digital World
Ansicht: Die Erklärung von Rom (The Declaration of Rome)

Vom 3. bis 6. Oktober 2017 hat an der Päpstlichen Gregorianischen Universität in Rom der Weltkongress zur Würde des Kindes stattgefunden. Unter den 30 Sprecherinnen und Sprechern aus aller Welt war auch Jutta Croll, die das Projekt „Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt“ der Stiftung Digitale Chancen repräsentierte. Zum Abschluss präsentierten die Kongressteilnehmern in einer Audienz Papst Franziskus die „Erklärung von Rom“, die Regierungen, Wirtschaftsunternehmen und die Zivilgesellschaft dazu auffordert, Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Rechte und der Würde von Kindern in der digitalen Welt sicherzustellen.


Erklärung von Rom

Weltkongress: „Child Dignity in the Digital World“

6. Oktober 2017

Papst Franziskus - „Eine Gesellschaft lässt sich danach beurteilen, wie sie ihre Kinder behandelt. “

Das Leben eines jeden Kindes ist einzigartig, bedeutsam und wertvoll und jedes Kind hat das Recht auf Würde und Sicherheit. Dennoch schafft es die Weltgemeinschaft bis heute nicht, diese Pflichten den Kindern gegenüber zu erfüllen. Millionen von Kindern weltweit werden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auf tragische und entsetzliche Weise missbraucht und ausgebeutet.

Die rasanten technologischen Entwicklungen und ihre Integration in unseren Lebensalltag ändern nicht nur, was wir tun und wie wir es tun, sondern auch wer wir sind. Viele dieser Einflüsse sind sehr positiv. Aber wir dürfen auch die Schattenseite dieser neuen Welt nicht ausblenden; einer Welt, die eine Vielzahl an Gesellschaftskrankheiten hervorruft, die die Schwächsten unserer Gesellschaft schädigen.

Während das Internet unzweifelhaft viele Vorteile und Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe und Bildung schafft, sind dort heute Inhalte sprichwörtlich mit Kinderhänden greifbar, die immer extremer und inhumaner sind. In den sozialen Medien sind bösartige Taten wie Cyberbullying, Belästigung und sexuelle Erpressung Alltag. Insbesondere der Umfang und die Ausbreitung von sexuellem Kindesmissbrauch und Ausbeutung im Internet sind schockierend. Unmengen von Bildern, die Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zeigen, sind online verfügbar; die Zahlen steigen täglich.

Der schädliche Einfluss von Pornographie auf die leicht beeinflussbare Psyche von jungen Kindern ist eine weitere tiefe Verletzung, die den Kindern durch das Internet zugefügt wird. Wir unterstützen die Vision eines Internets, das für alle Menschen zugänglich ist. Allerdings glauben wir, dass diese Vision den unabdingbaren Wert des Kindesschutzes implizieren muss. Die Herausforderungen sind enorm, aber unsere Antwort kann nicht aus Resignation und Betroffenheit bestehen. Wir müssen zusammenarbeiten, um positive und effektive Lösungen für alle zu finden. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder einen sicheren Zugang zum Internet haben, um ihre Bildung zu verbessern, Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen und Beziehungen zu pflegen.

IT-Unternehmen und Regierungen haben in diesem Kampf eine führende Rolle übernommen und müssen die Maßnahmen zum besseren Schutz von Kindern weiter ausbauen. Wir müssen weltweit auch bei Familien, Nachbarn, Gemeinschaften und bei Kindern selbst ein Bewusstsein für den tatsächlichen Einfluss des Internets auf Kinder schaffen.

Es existieren bereits heute einflussreiche global führende Plattformen und Organisationen, die bedeutende Fortschritte bei der Erfüllung dieser Ziele machen. Das Centre for Child Protection an der Päpstlichen Universität Gregoriana arbeitet international im Bereich Kinder- und Jugendschutz in 30 Ländern auf vier Kontinenten. Die WePROTECT Global Alliance, initiiert durch das Vereinigte Königreich in Partnerschaft mit der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, vereint 70 Nationen, 23 IT-Unternehmen und viele internationale Organisationen in diesem Kampf. Die Vereinten Nationen unternehmen globale Anstrengungen zur Realisierung des UN Ziels 16.2 für nachhaltige Entwicklung, um Gewalt gegen Kinder bis 2030 zu beenden, insbesondere durch die Globale Partnerschaft „End Violence Against Children“.

Dieses Problem kann nicht von einer Nation, einem Unternehmen oder einer Religion alleine gelöst werden, es ist ein globales Problem, das globale Antworten erfordert. Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen und jede Regierung, jede Religion, jedes Unternehmen und jede Institution mobilisieren.

Im Internetzeitalter sieht sich die Welt noch nie dagewesenen Herausforderungen bei der Bewahrung von Kinderrechten, der Kinderwürde und des Kindesschutzes vor Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Diese Herausforderungen verlangen nach neuen Denk- und Lösungsansätzen, starkem globalem Bewusstsein und couragierter Führung.

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