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HINTERGRUND

Aspekte von Kinderschutz und Kinderrechten bei der Vergabe von Domainnamen

Jutta Croll
Stiftung Digitale Chancen
Quelle: eigenes Material
Ansicht: Aspekte von Kinderschutz und Kinderrechten bei der Vergabe von Domainnamen

Die Vergabe von Domainnamen bietet großes Potenzial, um die Rechte von Kindern zu wahren und ihren Schutz vor ungeeigneten Inhalten und unangemessenen Kontakten zu befördern. Bei Domainnamen, die für Kinder besonders anziehend sind, zum Beispiel solche, die unter .spiel oder .kids angeboten werden, könnte das Risiko einer missbräuchlichen Nutzung der Domain durch entsprechende Sicherheitschecks im Registrierungsprozess deutlich reduziert werden. Wie ein solcher Check für generische Top Level Domains wie etwa .bank organisiert werden kann, zeigt das Beispiel des Verified Top Level Domain Consortiums (vTLD). Die Prüfungen von Bewerbern um entsprechende Domains verursacht Aufwand, daher kostet die Registrierung einer vTLDs derzeit etwa 1.500 USD. Für Unternehmen, die eine .bank Subdomain registrieren möchten, ist das erschwinglich, nicht aber für Kinderschutzorganisationen, die sich um eine .spiel Subdomain bewerben.

In anderen Fällen sind Domains mit einschlägigen Namen ein direkter Weg zu illegalen Inhalten, wenn dort beispielsweise Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern gehostet werden. Oft kann es ein gemeinsames Interesse der Registry, die zur Vergabe von Subdomains berechtigt ist, und der Kinderschutz-Community geben, den jeweiligen Adressraum „sauber“ zu halten. Unter einer Domain wie www.nackte-jungs. können durchaus legitime Inhalte angeboten werden, aber wenn dort Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu finden sind, verletzt das die Rechte und die Würde von Kindern und es schadet der Reputation der jeweiligen Stadt. Um das zu ändern, braucht es die Kooperation der beteiligten Akteure, verlässliche Vereinbarungen und einen Fonds, aus dem die zusätzlichen Sicherheitschecks für kindersensible Domainnamen finanziert werden können.


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