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FOKUS


  • Veröffentlicht am 22.10.20

    Bald beginnt das virtuelle Internet Governance Forum 2020

    Marlene Fasolt, Stiftung Digitale Chancen

    Am Montag, 2. November beginnt das Internet Governance Forum (IGF) 2020, dieses Jahr im digitalen Format als virtual IGF, Gastgeber sind die Vereinten Nationen.
    Das diesjährige IGF steht unter dem Motto „Internet für menschliche Resilienz und Solidarität“. Hier treffen Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit hochrangigen Regierungsvertretern aus aller Welt zusammen und befassen sich in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten mit den vier thematischen Schwerpunkten: Daten, Umwelt, Inklusion und Vertrauen.

    In der ersten Woche findet eine Reihe von Sessions und Workshops der Dynamic Coalitions des IGF sowie der nationalen und regionalen IGF-Initiativen statt. Darüber hinaus werden offene Foren und Veranstaltungen transnationaler Organisationen durchgeführt. In der zweiten Woche beginnt das durch die Multistakeholder Advisory Group inhaltlich in die vier Themenbereiche gegliederte Programm, das bis zum 17.November Workshops, Sessions, Diskussionsrunden und Roundtable-Gespräche umfasst, die sich mit Herausforderungen der digitalen Transformation für die Gesellschaft befassen.

    Kinderrechte und Kinderschutz haben im Internet Governance Ökosystem in den letzten Jahren eine hohe Aufmerksamkeit gewonnen; seit die Dynamic Coalition on Child Online Safety 2007 in Rio ihre Arbeit aufgenommen hat, sind diese Themen immer stärker in den Fokus gerückt.

    Wir haben einen Zeitplan für die Sessions erstellt, in denen Aspekte des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in einer digitalen Umgebung behandelt werden, um es Ihnen leichter zu machen, online daran teilzunehmen. Innerhalb der IGF-Wochen werden wir von der Veranstaltung berichten, mit einem besonderen Fokus auf diese Sessions.

    Für die Teilnahme am IGF ist eine Registrierung hier erforderlich. Es wird empfohlen, die Registrierung vor dem 26.10. vorzunehmen, um rechtzeitig vor dem Veranstaltungsbeginn die Bestätigung zu erhalten.

    IGF-Sessions zum Thema "Aufwachsen in einer digitalen Umgebung"

    3.11.2020 (Pre-Events)

    4.11.2020 (Pre-Events)

    6.11.2020 (Pre-Event)

    9.11.2020

    11.11.2020

    16.11.2020

    17.11.2020


  • Veröffentlicht am 16.10.20

    Neues Jugendschutzgesetz im Kabinett beschlossen

    Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen

    Zuletzt im Jahr 2002 reformiert ist das geltende Jugendschutzgesetz nicht mehr angemessen, um Kindern und Jugendlichen ein gutes und sicheres Aufwachsen mit Medien zu gewährleisten. Ging es bisher im Jugendschutz vor allem darum, die Konfrontation mit gefährdenden Inhalten zu regulieren, muss ein zeitgemäßer Jugendmedienschutz heute ganz anderen Herausforderungen begegnen.

    Das Internet ist fest in den Alltag von Jugendlichen eingebettet, es ermöglicht ihnen eine Vielzahl von sozialen Kontakten, Zugang zu Informationen, zu Bildungs- und Freizeitangeboten. Damit einher gehen aber auch Gefährdungen und Risiken, die wirksame Schutzkonzepte und Maßnahmen erforderlich machen.

    Mit dem von Bundesfamilienministerin Giffey vorgelegten Entwurf eines modernen Jugendschutzgesetzes beschreitet die Bundesregierung neue Wege. Erstmals wird als Schutzziel die persönliche Integrität von jungen Menschen verankert. Dem neuen Gesetz liegt ein kinderrechtlicher Ansatz zugrunde, der das Kindeswohl gemäß UN-Kinderrechtskonvention in den Mittelpunkt stellt und Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern gleichermaßen berücksichtigt. Drei Elemente sind zur Erreichung eines zeitgemäßen Jugendschutz vorgesehen:

    • Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexueller Anmache oder Kostenfallen;
    • Orientierung für Eltern, Fachkräfte und Jugendliche durch einheitliche Alterskennzeichen;
    • Durchsetzung der Regelungen auch gegenüber ausländischen Anbietern, die Kinder und Jugendliche besonders viel nutzen.

    Nach dem erfolgreichen Abschluss des EU-Notifzierungsverfahrens wurde der Gesetzentwurf nun vom Kabinett verabschiedet. Er wird im nächsten Schritt dem Bundesrat vorgelegt, geht anschließend in die parlamentarische Beratung und kann bei einem positiven Verlauf im ersten Halbjahr 2021 in Kraft treten.

    Die Covid-19-Pandemie hat deutlich gezeigt, wie wichtig die Nutzung von Internet und Onlinediensten ist, wenn Schulen und Kitas geschlossen und persönliche Kontakte nur eingeschränkt möglich sind.
    Damit Kinder ihr Recht auf Zugang zu den Medien, ihr Recht auf Bildung, auf freie Meinungsäußerung, Versammlung und Vereinigung, kulturelle Teilhabe und Spiel auch in und mit digitalen Medien ausüben können, brauchen wir schnell einen effektiven und zeitgemäßen Jugendmedienschutz, wie ihn der Gesetzentwurf vorsieht.


  • Veröffentlicht am 16.09.20

    ITU Richtlinien zum Schutz von Kindern im Internet 2020

    Marlene Fasolt, Stiftung Digitale Chancen

    Während der Corona-Krise sind mehr Kinder als je zuvor online gegangen, und damit ist auch die Zahl der gegen Kinder gerichteten Online-Kriminalität gestiegen, erklärte Dr. Najat Maalla M'jid auf der offiziellen Facebook-Seite des Büros der Vereinten Nationen für Gewalt gegen Kinder.

    Um diesem Problem entgegenzuwirken, veröffentlichte die Internationale Fernmeldeunion (ITU) ihre Richtlinien zum Schutz von Kindern im Internet 2020, eine Reihe von Empfehlungen für Interessenvertreter*innen, wie sie zur Entwicklung einer sicheren und befähigenden Online-Umgebung für Kinder und Jugendliche beitragen können. Sie besteht aus vier Teilen, die sich jeweils an die vier verschiedenen Hauptzielgruppen richten: Kinder, Eltern und Erzieher*innen, Industrie und politische Entscheidungsträger*innen. Fast alle Richtlinien sind in Englisch, Arabisch, Chinesisch, Spanisch, Französisch und Russisch verfügbar.

    Die Richtlinien für Kinder wurden in drei verschiedenen Formaten veröffentlicht: ein Buch für Kinder unter neun Jahren mit sechs verschiedenen Geschichten, ein Arbeitsbuch für Kinder im Alter von 9 bis 11 Jahren sowie eine Social-Media-Kampagne und eine Microsite für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren (nur auf Englisch verfügbar). Diese zielen darauf ab, Kindern zu zeigen, wie sie mit Risiken im Internet umgehen können, und sie zu befähigen, die Möglichkeiten, die das Internet bietet, sicher zu nutzen.

    Die Richtlinien für Eltern und Pädagog*innen dienen als Instrument zum Schutz und zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei der Nutzung des Internets und sollen die Familien auf die potenziellen Risiken aufmerksam machen, denen ihre Kinder ausgesetzt sind. Die Bedeutung einer offenen Kommunikation mit Ihren Kindern und Schüler*innen, die ihnen das Gefühl gibt, dass sie sich Ihnen anvertrauen können, wird stark betont.

    Die Richtlinien für die Industrie zielen darauf ab, die Industrie bei der Entwicklung von Richtlinien zum Schutz von Kindern im Internet zu unterstützen. Sie empfehlen die Integration von Kinderrechtserwägungen in alle Richtlinien, die Entwicklung von Standardprozessen für den Umgang mit Material über sexuellen Kindesmissbrauch, die Schaffung einer sichereren und altersgerechten Online-Umgebung, die Aufklärung von Kindern, Betreuer*innen und Erzieher*innen über die Sicherheit von Kindern und die Darstellung digitaler Technologien als eine Möglichkeit zur Steigerung des bürgerschaftlichen Engagements.

    Die Richtlinien für politische Entscheidungsträger*innen bieten eine Grundlage, auf der integrative Strategien entwickelt werden können, z.B. durch offene Konsultationen und direkte Kommunikation mit Kindern. Dies würde zu gezielteren und effizienteren Maßnahmen führen. Die Richtlinien empfehlen, dass sich die Politik auf internationale Standards wie die UN-Kinderrechtskonvention und die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung stützen sollte.

    Diese Richtlinien sind ein „sehr zeitgemäßes Instrument zum Schutz des Wohlergehens, der Unversehrtheit und der Sicherheit unserer Kinder, unseres wertvollsten Geschenks“, sagte ITU-Generalsekretär Houlin Zhao in der Pressemitteilung zu den Richtlinien zum Schutz von Kindern im Internet 2020, und sie sollten bei allen Entscheidungen, die das Wohlergehen eines Kindes betreffen können, berücksichtigt werden.

    Alle Richtlinien können hier heruntergeladen werden.


  • Veröffentlicht am 09.09.20

    „Respekt für meine Rechte! Gesund leben!“ KiKA Themenschwerpunkt vom 7. bis 25. September 2020

    Marlene Fasolt, Stiftung Digitale Chancen

    Das Recht auf Gesundheit ist in der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 24) festgeschrieben. Gesundheit wird hier als „Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein die bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“ in Anlehnung an die WHO definiert. Artikel 12 der UN-KRK gewährt Kindern das Recht, in allen sie betreffenden Angelegenheiten angehört zu werden. Um mehr über das Wohlbefinden von Kindern auch während der Corona Krise zu erfahren und ihre eigene Meinung dazu zu hören, hat der Kinderkanal eine Befragung von 843 Schülerinnen und Schülern im Alter von 6 bis 13 Jahren zu den Themen Ernährung, Bewegung und Nachhaltigkeit beauftragt. Dabei zeigte sich bei der Mehrheit der Kinder ein erstaunlich hohes Bewusstsein für diese Gesundheitsthemen.

    Einen positiven Effekt hat es für 39 % der Befragten, weniger Süßes zu essen. „Süßigkeiten sollten in Maßen angeboten werden, weil Zucker im Allgemeinen sehr anziehend ist.“ erklärte zum Beispiel eine 9-jährige Befragte. Aber auch auf Getränke sollte geachtet werden, so die Meinung der Kinder. Sie bevorzugen zu fast zwei Drittel Wasser (60 %), gefolgt von Saftschorlen (22 %) - auf Platz 3 landen dann aber bereits Limo & Co. (7,7 %).

    Um zu erfahren, was Gesundheit für Kinder bedeutet, wurde gefragt, wie man Übergewicht bei Kindern verhindern kann. Die Mehrheit der Kinder sieht gesünderes Essen (83%) und Bewegung und Sport (61%) als Präventivmittel. Im Gegensatz zur Motorik Modul Studie 2019 (MoMo) , die zeigte, dass etwa 80% der Sechs- bis 17-jährigen sich in Deutschland zu wenig bewegen (weniger als täglich 60min „mäßig bis anstrengende Bewegung“), erklären in der KiKA-Studie 89% der Sechs- bis 13-jährigen, dass sie sich am vorherigen Tag etwa eine Stunde oder mehr bewegt haben. Besonders gern sind sie draußen aktiv oder treffen sich mit Freund*innen (65 %). Rad fahren oder zu Fuß gehen ist auch sehr beliebt mit 63 % und fast ein Drittel (30 %) besuchen einen Sportverein fast regelmäßig.

    „Leistungsdruck will ich mir nicht geben, da tobe ich lieber albern herum“, äußerte sich ein 7-jähriges Mädchen, als sie zum Thema Bewegung befragt wurde.

    Auch die mentale Gesundheit ist besonders während der Corona-Krise ein wichtiges Thema. Die meisten Schulen, Spielplätze und Sportvereine waren lange geschlossen und Kinder konnten nicht mit Freund*innen zusammen sein, wie sie es gerne getan hätten. Viele Kinder vermissten ihre Freund*innen (77 %), Besuche auf Spielplätzen (58 %), alltägliche Hobbys (45 %) und vor allem ihre Großeltern (54 %). Deshalb wurde auch gefragt, wie die Kinder sich in der Zeit der Pandemie fühlen. Etwa die Hälfte der Kinder (50,9 %), sagten, es ginge ihnen „sehr gut“ oder „eher gut“. Knapp ein Drittel (29 %) waren unentschieden und den restlichen 20% ging es eher nicht so gut oder gar nicht gut. Besonders Kinder im Alter von acht bis neun Jahren und Mädchen fühlten sich in der Zeit unwohl. Manche Kinder haben es genossen, weniger Schule zu haben, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und die Eltern öfters zu sehen. Nur 13% der Befragten sagten, es gäbe nichts Gutes an Corona.

    „Ein Unterrichtsfach, das sich mit Aufklärung und Gesundheitslehre befasst, wäre wichtig“, meinte ein 13-jähriger Befragter. Diese Aussage hat einen direkten Bezug zu Artikel 24 der Kinderrechtskonvention, nach dem allen Kindern „Grundkenntnisse über die Gesundheit und Ernährung des Kindes […] vermittelt werden“ und sie „Zugang zu der entsprechenden Schulung haben“ müssen.

    Besonders vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird das Thema Gesundheit immer wichtiger. Während des KiKA-Themenschwerpunktes wird in vielen Angeboten das Thema Gesundheit aufgegriffen, ob als Dokumentation, Magazin, Show oder Film. Diese findet man im TV-Programm oder als On-Demand-Angebot auf kika.de, kikaninchen.de, in der KiKANiNCHEN-App und im KiKA-Player. Während der anhaltenden Corona-Phase bietet das KiKA-Beratungsangebot „KUMMERKASTEN“ Lebenshilfe. Auf kika.de/kummerkasten werden im Zeitraum des Themenschwerpunktes unterhaltsam die AHA-Regeln gezeigt, Studienergebnisse aufgegriffen und es wird zum Durchhalten ermuntert.


  • Veröffentlicht am 13.08.20

    Einladung zur Stellungnahme zu einer Allgemeinen Bemerkung zu den Rechten der Kinder in Bezug auf das digitale Umfeld

    Wir freuen uns bekannt zu geben, dass der Kinderrechte-Ausschuss der Vereinten Nationen derzeit eine Allgemeinen Bemerkung zu den Rechten der Kinder in Bezug auf das digitale Umfeld verfasst.

    Ab dem 12. August lädt der Ausschuss nun alle interessierten Akteure ein, zu dem Entwurf der Allgemeinen Bemerkung Stellung zu nehmen. Die Einreichungsfrist endet am 15. November 2020. Beiträge, die nach diesem Termin eingehen, werden weder berücksichtigt noch auf der Webseite des Ausschusses veröffentlicht.

    Nach gebührender Berücksichtigung der eingereichten Beiträge wird der Ausschuss über den Inhalt der endgültigen Version der Allgemeinen Bemerkung entscheiden. Alle Kommentare:

    • Sollten in einer der offiziellen Sprachen des Komitees eingereicht werden: Englisch, Französisch oder Spanisch;
    • sollten in einem knappen und fokussierten Dokument
    • zusammengefasst sein, das genau die Absätze angibt, zu denen Kommentare abgegeben werden, und dürfen nicht mehr als 3.000 Wörter umfassen;
    • sollten elektronisch im WORD-Format an die folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: crc@ohchr.org;
    • Werden nicht angenommen, wenn sie nicht den oben genannten Anforderungen entsprechen;
    • Werden nicht übersetzt;
    • Werden auf der CRC-Webseite veröffentlicht, die dem Entwurf für die Allgemeine Bemerkung gewidmet ist.

    Die aktuelle Version des Entwurfs des allgemeinen Kommentars finden Sie hier.

    Bitte bereichern Sie die Diskussion mit Ihrer Expertise und tragen Sie durch Ihre Kommentierung dazu bei, dass das wichtige Thema der Kinderrechte im digitalen Umfeld angemessene Beachtung findet.



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