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FOKUS


  • Veröffentlicht am 04.10.23

    Neues CWA 18016 bietet einen praktischen Rahmen für den Schutz und das Wohlbefinden von Kindern im Internet

    CEN CENELEC (eigene Übersetzung)

    Bei der ursprünglichen Entwicklung der meisten digitalen Technologien wurde deren Nutzung durch Kinder nicht vorausgesehen. Dies hat im Laufe der Zeit zu einem ungleichen Verhältnis zwischen Kindern und der von ihnen genutzten Technologie geführt, da Kinder nicht über die Lebenserfahrung und kognitive Entwicklung von Erwachsenen verfügen. Ein Gleichgewicht herzustellen, dass die Bedürfnisse von Kindern an erste Stelle setzt und gleichzeitig Innovation befördert schafft viele Herausforderungen.

    Das neu veröffentlichte CEN und CENELEC Workshop Agreement (CWA) 18086, das auf IEEE 2089 basiert, hilft Unternehmen zu verstehen, wie sich ihre Produkte und Dienstleistungen auf Kinder auswirken. Es definiert Prozesse, die helfen, altersgerechte Systemdesign-Ansätze und Software-Engineering-Methoden zu entwickeln und zu prüfen, ob das digitale Produkt altersgemäß ist. Dies soll den Nutzen erhöhen und die Risiken in der digitalen Welt für junge Nutzer bis zum Alter von 18 Jahren verringern.

    Um ein Produkt altersgerecht zu gestalten, wird eine Vielzahl von Werten berücksichtigt: darunter Würde, Gleichheit, Autonomie, Nachhaltigkeit, Verantwortung und Inklusion. Darüber hinaus umfasst die Altersgerechtigkeit eine Reihe von Kinderrechten - wie Privatsphäre, Zugang zu Informationen, Meinungsfreiheit, Partizipation, Gesundheit und Schutz vor sexueller und wirtschaftlicher Ausbeutung. Das neu veröffentlichte CWA trägt dazu bei, diese Werte und Rechte zu wahren und gleichzeitig Funktionalität, Effizienz und Effektivität zu gewährleisten.

    Das CWA 18086 wurde auf Initiative des OVE (Österreichischer Verband für Elektrotechnik) gemeinsam mit dem IEEE (The Institute of Electrical and Electronics Engineers) erstellt. Der nächste Schritt sollte darin bestehen, dieses wichtige CWA zu einem europäischen Standard weiterzuentwickeln.


  • Veröffentlicht am 29.09.23

    Mehr Kooperation für die erfolgreiche Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern

    Torsten Krause, SDC

    In Amsterdam kamen am 28. September 2023 Vertretungen von Hotlines, Strafverfolgungsbehörden, Serviceanbietenden und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie die Kooperationen sowie der Informationsaustausch zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern online weiter verbessert werden können. INHOPE, ein internationales Netzwerk der Meldestellen/Hotlines zur Bekämpfung illegaler Inhalte im Internet, hatte zu dem gemeinsamen Austausch eingeladen und damit einen Rahmen geschaffen, um bestehende Herausforderungen, Unsicherheiten und Schwierigkeiten der einzelnen Akteur*innen und im Miteinander zu beraten. Über den Austausch von Erfahrungen und Perspektiven sowie anhand von Präsentationen gelingender Verfahrensweisen wurden Verständnis für die jeweiligen Arbeitsprozesse sowie Kompetenzen geschaffen und Wege aufgezeigt, wie dem gemeinsamen Ziel nähergekommen werden kann.

    Im Rahmen des Austausches wurde unter anderem das CPORT-Vorhaben von INHOPE vorgestellt. In diesem Projekt arbeiten verschiedene Akteur*innen zusammen daran die ICCAM-Datenbank zu gemeldeten Materialien sexueller Gewalt an Kindern für Partner*innen außerhalb des Hotline-Verbundes zugänglich zu machen. Mittels CPORT sollen so auch INTERPOL und nationale Strafverfolgungsbehörden auf diese Daten zugreifen und für ihre Arbeit nutzen können. Ebenso sollen die Analyst*innen der Hotlines die existierenden ICSE- und IWOL-Bestände bei INTERPOL nutzen können. Ziel ist es, dass durch eine bessere Vernetzung und Datenverarbeitung mehr Zeit für die Recherche und Strafverfolgung sexueller Gewalt an Kindern online zur Verfügung steht.


  • Veröffentlicht am 20.09.23

    Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammendenken

    Jutta Croll, SDC

    Am 13. September hat in Berlin das 14. Nationale Internet Governance Forum Deutschland (IGF-D) im Auswärtigen Amt in Berlin stattgefunden. Bereits am Vorabend traf sich das Jugend-IGF-D in den Räumlichkeiten von Wikimedia.

    Internet Governance ist - wie das Internet selbst - weltumspannend und somit eine Aufgabe, die auf globaler Ebene bearbeitet werden muss. Dass es neben dem jährlichen Internet Governance Forum der Vereinten Nationen auch auf nationaler und regionaler Ebene Foren gibt, ist durchaus berechtigt. Es braucht den fachlichen Austausch der Akteur*innen in der jeweiligen Region, um eine gemeinsame Multistakeholder-Perspektive zu erarbeiten und diese in das globale IGF einzubringen.

    Den Auftakt der Veranstaltung am 13.09. bildete eine Paneldiskussion, in der die Frage erörtert wurde, ob und wie durch den europäischen Artificial Intelligence Act (AI-Act) ein Qualitätsstandard für Künstliche Intelligenz (KI) als Katalysator für digitale Innovationen geschaffen werden kann. Das Gesetz verfolgt den Ansatz, für KI-basierte Systeme mit potenziell sehr hohen Risiken für die Gesellschaft und einzelne Personen hohe Standards zu setzen. Im laufenden parlamentarischen Verfahren wird derzeit insbesondere um die Frage gerungen, wem die Entscheidung über die Höhe des Risikopotenzials und die damit einhergehende Verpflichtung zu Einhaltung der Standards obliegen soll. Moderiert durch Julia Kloiber (Managing Director, Superrr Lab) stellten die Panelist*innen Markus Beckedahl (Gründer von netzpolitik.org; Co-Gru¨nder re:publica), Rosanna Fanni (Trade and Technology Coordinator, Centre for European Policy Studies), Linda Schwarz (Referentin für Politik und Wissenschaft, Gesellschaft fu¨r Informatik), Matthias Spielkamp (Mitgründer und Geschäftsführer, AlgorithmWatch) und Alexandra Wudel (Co-Founder and Managing Director, FemAI) das Risiko der Verletzung von Grundrechten durch unregulierte KI-Anwendungen in den Mittelpunkt der Debatte. Die potenzielle Gefährdung betreffe alle Menschen ungeachtet ihres Status oder ihrer nationalen Zugehörigkeit, dennoch müssten marginalisierte, benachteiligte oder schutzbedürftige Gruppen - wie beispielsweise Kinder - besondere Beachtung finden. Um Betroffenen von Diskriminierung oder Eingriffen in ihre Persönlichkeitsrechte Wiedergutmachung zu ermöglichen, seien Beschwerdemechanismen unerlässlich, so Spielkamp. Nach Einschätzung der Panelist*innen und Teilnehmenden sollte der AI-Act einen holistischen Menschenrechte basierten Ansatz der Standardisierung von KI-basierten Systemen verfolgen.

    Friederike von Franqué (Referentin EU- & internationale Regelsetzung, Wikimedia Deutschland) besprach anschließend mit Tobias Bacherle (MdB) den Global Digital Compact des UN-Generalsekretärs und dessen Einfluss auf das Internet Governance Forum.

    Im zweiten Teil des Tages übernahm das Jugend-IGF die Moderation. Mit der Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung hat das deutsche Jugend-IGF - eine Gruppe Young Professionals, die in diesem Jahr das IGF-D vorbereitet haben - ein Thema gewählt, das ebenso einer globalen Betrachtung bedarf. Nach einem einführenden Lightning Talk von Katrin Ohlmer (Geschäftsführerin, DOTZON GmbH, Vorstandsvorsitzende ISOC.de e. V.) wurde im Lichte des Vorabend-Events unter der Überschrift „Digitale Nachhaltigkeit: Eine Chance für die Zukunft?“ über den Zusammenhang sowie die Wechselwirkungen von Digitalisierung und Nachhaltigkeit in den Bereichen „Ökologie“, „Ökonomie“ und „Soziales“ gearbeitet.

    Bildbeschreibung

    Zum Abschluss diskutierte Wolfgang Kleinwächter mit der Cyberbotschafterin der Bundesregierung Regine Grienberger die Frage, welche Rolle der Schutz von Angriffen aus dem Cyberspace in der neuen nationalen Sicherheitsstrategie vom Juni 2023 spielt. Aus einem bis dahin eher statischen Arbeitsgebiet sei, so Grienberger, durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ein hochdynamisches Feld geworden, in dem Friedensinitiativen für den Cyberspace auf verschiedenen Ebenen erörtert würden. Für einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag gebe es jedoch weder eine Mehrheit, noch sei klar, was darin zu regeln wäre. Unter Verweis auf bestehende Normen des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte sei eine Regelungslücke kaum auszumachen. Deutschland bringt sich aktiv in die Aushandlungen verschiedener Gremien der UNO für die Entwicklung kapazitäts- und vertrauensbildender Maßnahmen der Cybersecurity und ein verantwortungsvolles Verhalten von Staaten im Cyberspace ein. Darüber hinaus wirkt Deutschland mit in dem sogenannten “Ad-Hoc Committee” (AHC), in dem 193 UN-Staaten über eine neue UN-Konvention zur Bekämpfung von Cyberkriminalität beraten. Hier, so Grienberger, gebe es aber deutliche Unterschiede dahingehend, was die einzelnen Staaten unter Cybercrime verstehen. Cyberkriminalität nutze ganz gezielt diese Arbitrarität der Jurisdiktionen, gerade deshalb sei die Bekämpfung nur grenzübergreifend sinnvoll und möglich.

    Ein Plädoyer für den Multistakeholder-Ansatz des IGF und damit einen runden Schlusspunkt der Veranstaltung setzte Grienberger mit ihrem Statement „Die Stabilität des Cyberspace wird nicht nur durch die Staaten gewährleistet, es braucht auch nicht-staatliche Akteure.“


  • Veröffentlicht am 11.09.23

    IGF 2023: Rechte von Kindern und Jugendlichen

    Marlene Fasolt, SDC

    Das 18. Internet Governance Forum (IGF) findet in diesem Jahr vom 8. bis 12. Oktober 2023 im hybriden Format in Kyoto, Japan statt. Unter dem Motto „Das Internet, das wir wollen - alle Menschen befähigen“ treffen Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit hochrangigen Regierungsvertreter*innen aus aller Welt zusammen, um sich in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten mit den folgenden thematischen Schwerpunkten zu befassen:

    • KI und aufkommende Technologien
    • Vermeidung der Internetfragmentierung
    • Cybersicherheit, Cyberkriminalität und Online-Sicherheit
    • Datenverwaltung und Vertrauen
    • Digitale Spaltung und Inklusion
    • Globale digitale Governance und Zusammenarbeit
    • Menschenrechte und Freiheiten
    • Nachhaltigkeit und Umwelt

    Viele Veranstaltungen des IGF befassen sich mit den Rechten von Kindern und Jugendlichen auf Schutz, Befähigung und Beteiligung im digitalen Umfeld. Wir haben für Sie eine Liste der Sessions zusammengestellt, in denen Aspekte des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Umgebung behandelt werden. So können Sie entscheiden, welche Teile des Programms für Sie interessant sind. Alle Sessions finden in englischer Sprache statt und sind darauf ausgerichtet, die Teilnehmenden aktiv einzubeziehen, gleich ob sie vor Ort oder online dabei sind.

    Für die Teilnahme am IGF ist eine Registrierung hier erforderlich. Es wird empfohlen, die Registrierung rechtzeitig vor dem Veranstaltungsbeginn vorzunehmen. Sie erhalten eine Bestätigung die zum Zugang zu den Veranstaltungen vor Ort und den digitalen Zoom-Meetings berechtigt.

    IGF-Sitzungen zum Thema "Aufwachsen in einer digitalen Umgebung":

    Sonntag 8.10.2023:

    11:15-12:15 JST (4:15 - 5:15 CET, 2:15-3:15 UTC), Workshop Room 6, IGF 2023 Day 0 Event #16 Youth participation: co-creating the Insafe network

    13:30-15:00 JST (=6:30-8:00 CET, 4:30-6:00 UTC), Workshop Room 1, IGF 2023 Global Youth Summit

    Montag 9.10.2023:

    16:30-18:00 JST (=9:30-11:00 CET, 7:30-9:00 UTC), Workshop Room 5, IGF 2023 WS #495 Next-Gen Education: Harnessing Generative AI

    17:45-18:45 JST (=10:45-11:45 CET, 8:45-9:45 UTC), Workshop Room 3, IGF 2023 WS #255 Digital Me: Being youth, women, and/or gender-diverse online

    Dienstag 10.10.2023:

    9:45-10:45 JST (=2:45-3:45 CET, 00:45-01:45 UTC), Workshop Room 1, IGF 2023 WS #72 Defence against the DarkWeb Arts: Youth Perspective

    13:30-15:00 JST (=6:30-8:00 CET, 4:30-6:00 UTC), Workshop Room 4, IGF 2023 WS #469 AI & Child Rights: Implementing UNICEF Policy Guidance

    16:45-17:45 JST (=9:45-10:45 CET, 7:45-8:45 UTC), Workshop Room 8, IGF 2023 Open Forum #15 Protecting children online with emerging technologies

    17:00-18:30 JST (=10:00-11:30 CET, 8:00-9:30 UTC), Workshop Room 4, IGF 2023 WS #403 Safe Digital Futures for Children: Aligning Global Agendas

    18:00-19:00 JST (=11:00-12:00 CET, 9:00-10:00 UTC)Workshop Room 8, IGF 2023 Open Forum #58 Child online safety: Industry engagement and regulation

    Mittwoch 11.10.2023:

    8:30-9:30 JST (=1:30-2:30 CET, 11:30-00:30 UTC) Workshop Room 8, IGF 2023 Open Forum #52 RITEC: Prioritizing Child Well-Being in Digital Design

    11:00-12:30 JST (=04:00-05:30 CET, 02:00-03:30 UTC), Workshop Room 3, IGF 2023 WS #501 Children’s digital rights: overcoming regional inequalities

    11:30-12:30 JST (=4:30-5:30 CET, 2:30-3:30 UTC), Workshop Room 9, IGF 2023 Networking Session #64 Worldwide Web of Youth: Cooperation for Enlightenment

    13:00-14:30 JST (=6:00-7:30 CET, 4:00-5:30 UTC), Workshop Room 11, IGF 2023 DCCOS Risk, opportunity and child safety in the age of AI

    13:00-14:30 JST (=6:00-7:30 CET, 4:00-5:30 UTC), Workshop Room 2, IGF 2023 WS #559 Harnessing AI for Child Protection

    14:15-15:15 JST (=7:15-8:15 CET, 5:15-6:15 UTC), Workshop Room 8, IGF 2023 Open Forum #86 Child participation online: policymaking with children

    17:30-19:00 JST (=11:00-12:30 CET, 09:00-10:30 UTC), Workshop Room 4, IGF 2023 WS #62 Data Protection for Next Generation: Putting Children First

    17:30-18:30 JST (=10:30-11:30 CET, 8:30-9:30 UTC), Workshop Room 5, IGF 2023 WS #417 Youth-Driven Tech: Empowering Next-Gen Innovators

    Donnerstag 12.10.2023:

    14:00-15:30 JST (=7:00-8:30 CET, 5:00-6:30 UTC), Plenary Hall, Dynamic Coalitions Main Session: The Internet We Want - Human Rights in the digital space to accelerate the SDGs


  • Veröffentlicht am 06.09.23

    Umfrage zum Schutz von Kindern

    Torsten Krause, SDC

    Gemeinsam führen die UN-Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Gewalt gegen Kinder und die Internationale Fernmeldeunion (ITU) eine online-basierte Umfrage zum Schutz von Kindern vor Gewalt durch. Mit der Abfrage wollen sie und viele weitere Kooperationspartner*innen erfahren, wie und welche Möglichkeiten Kinder und Jugendliche wahrnehmen, um sich über das Internet Hilfe zu holen, wenn sie Gewalt in der Familie erleben, in der Schule gemobbt werden oder sexueller Gewalt erfahren.

    Die Umfrage richtet sich an junge Menschen, die für ihre Beantwortung fünf bis 10 Minuten benötigen werden. Von den Antworten werden sich Erkenntnisse erhofft, wie junge Menschen digitale Anwendungen nutzen, um sich online Hilfe zu holen, bspw. über eine Hotline, durch Meldeverfahren oder die Verständigung mit Gleichaltrigen. Ziel ist es die bestehenden Möglichkeiten weiter zu verbessern und möglicherweise auch neue Hilfemechanismen einzurichten, damit in Zukunft möglichst alle junge Menschen vor Gewalt geschützt werden können - egal, ob on- oder offline.

    Auch die die Europäische Kommission führt aktuell ein Konsultationsverfahren zur Entwicklung und Stärkung eines integrierten Kinderschutzsystems durch. An diesem Verfahren kann sich noch bis zum 20. Oktober beteiligt werden. Mehr dazu in unserem Fokusartikel EU-Konsultation zum Kinderschutz.



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