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Veröffentlicht am 18.12.17

Kinderschutz und Internet Governance - ein kurzer Blick zurück und nach vorn

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen

Auch 2006, als das IGF noch in den Kinderschuhen steckte, stand das Thema Kinderschutz schon auf der Agenda des Forums. Nicht unbedingt an erster Stelle und auch nicht konfliktfrei. Strategien, die darauf zielten, den Zugang von Kindern zu für sie potentiell schädlichen Inhalten im Internet zu verhindern, waren umstritten und riefen insbesondere die Freedom of Speech Community auf den Plan. Im Laufe der Jahre gewann die Frage der Befähigung von Kindern und Jugendlichen für einen sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet an Bedeutung. Das spiegelte sich auch in zahlreichen Aktivitäten zur Beteiligung von Jugendlichen selbst am Internet Governance Forum.

Ebenfalls von Beginn war das Thema Menschenrechte in den IGF Veranstaltungen verankert, und zwar deutlich weniger kontrovers als das Thema Jugendschutz. Aber erst durch den 2015 von Jasmina Byrne, John Carr und Sonia Livingstone Bericht One in Three - Internet Governance and Children’s Rights, der belegt, dass weltweit ein Drittel der Internetnutzer 18 Jahre alt ist, wurde die Relevanz der Teilhabe junger Menschen an den sie betreffenden Internet Governance Prozessen deutlich gemacht.

Schon vor der offiziellen Eröffnung des zwölften Internet Governance Forums war im Rahmen der Vorkonferenz am so genannten Day Zero eine vom Europarat organisierte dreistündige Debatte der Medienkompetenzerziehung gewidmet.

Frank La Rue, der frühere UN Special Rapporteur für das Recht auf freie Meinungsäußerung, eröffnete die Diskussion mit dem Hinweis darauf, dass jeder Technologiefortschritt einen großartigen Schub für die Menschheit bedeute, zugleich aber auch seine je eigenen Gefahren und Fallstricke mit sich bringe. Darauf müsse die Gesellschaft reagieren. Sicher gebe es einige Inhalte, die nach geltendem Recht illegal seien, wie z. B. so genannte Kinderpornographie, auf die man auch mit Zensur reagieren könne. Die eigentliche Herausforderung liege aber darin, Kinder und Jugendliche selbst sowie diejenigen, die für ihre Erziehung verantwortlich sind, für die sichere und verantwortungsvolle Nutzung des Internet zu befähigen. Dafür seien enorme Qualifizierungskampagnen notwendig. Villano Qiriazi vom Europarat berichtete über einen Kompetenzrahmen für demokratische Kultur, der im gesamten Bildungswesen etabliert werden müsse. Heute haben noch nicht alle jungen Menschen die gleichen Chancen auf digitale Bürgerschaft. Aber die Entwicklung immer kostengünstigerer Technologien verschiebe das Problem der digitalen Spaltung weg von der Frage des Zugangs und hin zur Frage der Fähigkeiten und Kompetenzen. Beteiligung und sichere Nutzung der Technologien, sind, so Villano Qiriazi eng verbunden mit Werten und Prinzipien. Diese müssten im Rahmen von Bildung und Erziehung ebenfalls vermittelt werden, damit gleichberechtigte Teilhabe möglich wird.

Zum Abschluss der Diskussion befassten sich die Teilnehmenden mit den im Digital Citizenship Education Projekt des Europarates definierten zehn Themen der Bildung für eine aktive Bürgerschaft in der digitalen Welt, mehr dazu ist zu finden unter Digital Citizenship Education Projekt.

Insgesamt war dies ein guter Auftakt für spannende Diskussionen beim diesjährigen IGF, wenngleich die Debatte keinen Zweifel daran ließ, dass in erster Linie die Befähigung von Kindern und Jugendlichen als Schlüssel zur Wahrung ihrer Rechte und ihres Schutzes angesehen wird. Deshalb bleibt es spannend, wie diese Debatte in den nächsten Tagen fortgesetzt wird, ob das Hohelied des Multistakeholderism weiter den Ton angibt, welche Akteure bereit sind, die Verantwortung für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu übernehmen und welche Rolle die Unternehmen dabei spielen werden.

Weitere Berichte von den nächsten Tagen des IGF sind veröffentlicht unter: Aktuelles

Weitere Informationen

www.intgovforum.org/multilingual...