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FOKUS


Veröffentlicht am 21.05.24

Auch Avatare bei EU-Vorschriften zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern berücksichtigen

Torsten Krause, SDC

Die Europäische Kommission beabsichtigt, bestehende Vorschriften zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Ergänzungen, um zukünftig auch die Ausprägung sexueller Gewalt in digitalen Umgebungen zu erfassen, die Prävention der Taten sowie die Begleitung von betroffenen Kindern zu stärken und die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten bei der Aufklärung und Strafverfolgung zu befördern. Ebenso werden Terminologien fortentwickelt und höhere Strafbemessungen angeregt.

Zu ihrem Entwurf hat die Europäische Kommission ein Konsultationsverfahren durchgeführt, an dem sich die Stiftung Digitale Chancen mit einer Stellungnahme beteiligt und das Vorhaben grundsätzlich begrüßt und unterstützt hat. Seitens der Stiftung wird darauf hingewiesen, dass es notwendig erscheint, neben den vorgeschlagenen Regulierungen zu realen oder technisch erzeugten digitalen Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern, auch entsprechende Übergriffe gegenüber Avataren zu regeln, da bekannt ist, dass Erfahrungen des Avatars als eigene wahrgenommen werden und sich mit vergleichbarer Intensität auswirken. Sexuelle Gewalt gegen den Avatar, kann daher folgenreiche Schäden für das betroffene Kind nachsichziehen.

Darüber hinaus wird in der Stellungnahme auf Absatz 118 der Allgemeinen Bemerkung Nr. 25 über die Rechte von Kindern im digitalen Umfeld hingewiesen und gefordert, den einvernehmlichen Austausch von jungen Menschen selbst erstellten sexuellen Materials nicht zu kriminalisieren, sowie zu erwägen, die Verjährungsfristen für sexuelle Gewalt an Kindern abzuschaffen.

Um Betroffene sexueller Gewalt in der Kindheit besser unterstützen zu können sowie entsprechenden Taten vorzubeugen und die Aktivitäten der Mitgliedsstaaten befördern zu können, beabsichtigt die Europäische Kommission mit der Regulierung zur Bekämpfung und Prävention sexueller Gewalt an Kindern ein neues europäisches Zentrum (EU-Centre) aufzubauen. Dieser Regulierungsvorschlag befindet sich jedoch seit geraumer Zeit in Diskussion und eine Beschlussfassung ist momentan nicht absehbar. Daher zeigt sich die Stiftung besorgt, dass im Falle der Nichtumsetzung die in den Vorschriften zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern vorgesehene zentrale Rolle des EU-Centres letztlich nicht wirksam werden könnte.

Die vollständige Stellungnahme in englischer Sprache kann hier nachgelesen werden.