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Veröffentlicht am 14.11.18

Künstliche Intelligenz, Big Data und das Internet der Dinge - Bericht von Tag 3, 14.11.2018

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen

Tag drei des IGF startete mit dem Best Practice Forum zu künstlicher Intelligenz. Solche thematischen Foren sind Teil der zwischen den jährlichen IGFs stattfindenden Aktivitäten, in der Absicht Themen von aktueller Bedeutung vertiefend zu bearbeiten.

Nobuhisa Nishigata, OECD wies darauf hin, wie schwierig es sei, die Vorteile künstlicher Intelligenz zu nutzen und gleichzeitig die Risiken im Griff zu halten. Imane Bello, Sciences Lecturer, Human Rights & AI, schlug vor, den Begriff der künstlichen Intelligenz und des Internet der Dinge zu vermeiden, schließlich gehe es in erster Linie um Menschen, nicht nur um Maschinen.

Taylor Bentley, ISED, Canadian Government, erklärte den kanadischen Ansatz, gesetzliche Regelungen für IoT, AI und Big Data gemeinsam mit Unternehmen und der Wissenschaft auszuarbeiten. Es gebe derzeit mehr Beispiele für unsichere und risikobehaftete Anwendungen erklärte hingegen der Vertreter von MISEC, einen Unternehmen für IT-Sicherheit.

Die schwierige Balance zwischen Sicherheit und Innovation wurde auch von Michael Nelson, Cloudflare angesprochen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass IoT, AI und Big Data hervorragende Chancen bieten, die Welt zu verbessern. Dies könne aber nur gelingen, wenn die Menschenrechte respektiert und die Bedürfnisse besonders gefährdeter Gruppen berücksichtigt sowie die Risiken minimiert werden. Dazu bedarf es eines ausgewogenen Verhältnisses von staatlicher Regulierung und der Bereitschaft der Unternehmen, Safety by Design als Entwicklung- und Gestaltungsprinzip zu implementieren.

Menschenrechte im Kontext der Vergabe von Domainnamen war das Thema einer weiteren Session des Vormittags. Human Rights Impact Assessments (HRIAs) sind ein nützliches und zunehmend verbreitetes Instrument, um private Akteure über die potenziellen negativen Auswirkungen ihrer Maßnahmen zu informieren und wo erforderlich deren Folgen abzumildern. Derzeit gebe es wenig gegenseitige Akzeptanz für die Ergebnisse von HRIAs, wenn diese entweder von Seiten der Wirtschaft oder seitens der Zivilgesellschaft durchgeführt würden, so Michelle Neylon, Vertreter eines irischen Unternehmens, das für die Registrierung von Domainnamen verantwortlich zeichnet. Der Vorschlag, das Multistakeholdermodell von ICANN und IGF für HRIAs zu implementieren, könne helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Der Durchsetzung von Menschenrechten stehe jedoch seitens der Unternehmen eine generelle Skepsis im Hinblick auf zusätzliche vertragliche Auflagen gegenüber. Auf Nachfrage betonten die an der Session Beteiligten, dass Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs Inhalte seien, die Menschenrechte verletzten. Die Bereitschaft, das Problem gemeinsam anzugehen, sei vorhanden, aber es bedürfe weiterer Erörterung der vertraglichen und technischen Möglichkeiten. Anfang Dezember wird in der Zeitschrift Medien + Erziehung - merz Wissenschaft ein Artikel erscheinen, der einen Weg dazu aufzeigt. Zugang zur englischsprachigen Übersetzung des Textes werden wir hier veröffentlichen.