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Veröffentlicht am 18.11.18

Klare Ziele und ethische Werte - Gemeinsame Verantwortung für das Internet der Zukunft

Jutta Croll

Mit einem klaren Appell der französischen Regierung, sich den Herausforderungen zu stellen und gemeinsame Verantwortung für das Internet zu übernehmen, ist in der vergangenen Woche das Internet Governance Forum 2018 in Paris zu Ende gegangen.

Mounir Manjoubi, Staatssekretär für digitale Angelegenheiten im französischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, betonte in seinem Abschluss-Statement: “Der multilaterale Aspekt des IGF wird von Frankreich mehr denn je unterstützt. Wir wollen mit dem IGF zusammenarbeiten, um Entscheidungen zu treffen, denn wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden und die Möglichkeit ergreifen, die Welt vor uns so zu gestalten, wie es sich viele seit Jahrzehnten erhofft haben.” Frankreich trete weder für eine übermäßige noch für eine nachlässige Regulierung ein, so Manjoubi, sondern vielmehr für eine Politik, die dazu diene, das Gemeinwohl zu schützen und zu respektieren.

Auch Fabrizio Hochschild, stellvertretender UN-Generalsekretär für strategische Koordinierung, betonte, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein könne. Wo Rechtsstaatlichkeit nicht gegeben sei, gelte das Recht des Stärkeren; damit gehe nicht Freiheit, sondern vielmehr Missbrauch einher. Im Hinblick auf Künstliche Intelligenz - eines der Hauptthemen des diesjährigen IGF - stellte Hochschild infrage, dass es möglich sei, Computer so zu programmieren, dass sie in der Lage wären, ethische Entscheidungen zu treffen.

Dieser Aspekt wurde auch am Donnerstag, 15. November bei der Veranstaltung der UNESCO zur Nutzung Künstlicher Intelligenz für die Wissensgesellschaft, die bei der Mozilla Foundation stattfand, erneut aufgegriffen. Dabei wurde insbesondere die Frage nach der Wahrung der Menschenrechte erörtert. Entscheidungen dürften nicht allein auf Algorithmen gestützt getroffen werden, so die vorherrschende Einschätzung, denn damit gehe grundsätzlich das Problem einher, dass vorhandene Positionen sich weiter tradierten und verstärkten. Dies sei insbesondere in Bezug auf Genderaspekte der Fall, aber auch im Hinblick auf benachteiligte Gruppen wie Kindern oder ältere Menschen, Geflüchtete oder Behinderte. Michael J. Oghia, Global Forum for Media Development betonte, dass auch dem Recht auf freie Meinungsäußerung durch das Gesetz und die Rechte anderer Grenzen gesetzt seien. Wer im Internet falsche Informationen verbreite, verstoße klar gegen solche Regeln. Dies habe nicht erst durch das Internet Relevanz gewonnen. Lügen gebe es, seit die Menschheit sprechen könne, allerdings sei das Internet ein Verstärker und Beschleuniger. Zumeist erhalte die bewusste Fehlinformation, die man durchaus auch als Propaganda bezeichnen dürfe, mehr Aufmerksamkeit als der spätere Faktencheck. Dem müsse man durch Transparenz und Medienkompetenz entgegenwirken.

Technische Innovationen im Bereich des Internet der Dinge, von Big Data und künstlicher Intelligenz sowie die damit einhergehenden ökonomischen Entwicklungschancen und ethischen Herausforderungen werden die thematische Brücke bilden von Paris zum Internet Governance Forum in Berlin, das vom 24. - 29. November im Estrel Konferenzzentrum stattfinden wird. Damit kann das IGF 2019 dreißig Jahre nach der Annahme der Kinderrechtskonvention durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 im nächsten Jahr eine Plattform sein, um den Rechten von Kindern in der digitalen Welt angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung vom IGF.

Pariser Friedensforum eröffnet die Woche der Digitalisierung 2018.

Der Mensch im Mittelpunkt - Bericht vom ersten Tag des IGF 2018.

Kinderschutz - Kinderrechte - Menschenrechte - Bericht vom zweiten Tag des IGF 2018.

Künstliche Intelligenz, Big Data und das Internet der Dinge - Bericht vom dritten Tag des IGF 2018.