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FOKUS


Veröffentlicht am 06.05.19

Wo sind die Stimmen der Kinder in der Netzpolitik

Jutta Croll, Stiftung Digitale Chancen

Kinder haben Rechte - auch in der digitalen Welt. Könnte ein Wahlrecht für Kinder dazu beitragen, die Kinderrechte zu verwirklichen? Und welche Rolle spielt dabei das Internet? Darüber diskutierten gestern auf der Hauptbühne des Netzfestes im Rahmen der re:publica junge Menschen mit Serina Taylor und Carla Golm vom Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes, dem Philosophen Leander Scholz, dem Medienpädagogen Martin Riemer, der Wissenschaftlerin Dr. Ingrid Stapf und der Kindheitswissenschaftlerin Daniela Tews. Am Ende wurden die folgenden Forderungen formuliert:

Forderungen von Kindern an die Netzpolitik

Mitentscheiden im Netz und in der Politik

  • Hört uns zu und lasst uns mitmachen - auch im Internet!
  • Bei allem, was über das Internet entschieden wird, muss man auch an Kinder denken.
  • Wir wollen, dass auch jüngere Kinder zum Beispiel ab zwölf wählen dürfen, weil Kinder mit dem Internet informierter sind und mitentscheiden können.
  • Wir wollen, dass Kinderrechte im Grundgesetz stehen.
  • Es muss Anlaufstellen geben, die uns dabei unterstützen, unsere Rechte auszuüben, und uns helfen, wenn unsere Rechte verletzt werden.

In der Familie gestärkt werden

  • Wenn Eltern ihre Kinder erziehen, müssen sie auch über das Internet Bescheid wissen.
  • Eltern dürfen die Rechte ihrer Kinder, zum Beispiel das Recht auf Privatsphäre, nicht verletzen.
  • Die Politikerinnen und Politiker müssen Familien dabei unterstützen, mit dem Internet gut umgehen zu können.

Mit und übers Netz lernen

  • In der Schule brauchen wir digitale Technik, aber wir wollen auch lernen, wie man damit gut, selbstbestimmt und sicher umgeht.
  • Kinderrechte sollen in der Schule erklärt werden und sie müssen dort auch eingehalten werden.
  • Alle Kinder sollen überall ins Internet gehen können, zum Beispiel auch in Bibliotheken und Jugendzentren, wo wir mehr über das Netz und seine Spielregeln lernen können.

Sicher und geschützt sein

  • Wir wollen, dass es ein Recht auf Löschen im Internet gibt und dass sich jemand darum kümmert, dass es eingehalten wird.
  • Bilder von Kindern sollen nur ins Internet gestellt werden, wenn sie damit einverstanden sind. Dafür soll es ein Zustimmungssiegel für Kinder geben.
  • Die Anbieter von Apps und Internetseiten müssen sich darum kümmern, dass unsere Rechte eingehalten werden.

Diese Forderungen wurden auf der Grundlage von Stimmen von Kindern und Jugendlichen erarbeitet, die vor, während und nach der Diskussion „Wo sind die Stimmen der Kinder in der Netzpolitik“ auf dem Netzfest 2019 aufgezeichnet wurden. Sie sollen während der re:publica sowie darüber hinaus mit Vertreter*innen der Politik erörtert werden. Wir bedanken uns bei allen jungen und erwachsenen Menschen für ihre Beteiligung.

Die Forderungen als PDF zum Download: Forderungen von Kindern an die Netzpolitik

Ansicht: Wo sind die Stimmen der Kinder in der Netzpolitik