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HINTERGRUND

Unsere Rechte in der Digitalen Welt

Kapitel 5: Privatsphäre

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Viele Kinder sind sich der Privatsphäre-Problematik bewusst und haben eine starke Position gegenüber den vielfältigen Verletzungen ihrer Privatsphäre durch kommerzielle Unternehmen, Institutionen, Fremde und Eltern. Kinder, die Privatsphäre als ein wichtiges Recht im digitalen Umfeld erkannt haben, sehen, dass dieses Recht durch digitale Technologien bedroht ist.

Nepal, Mädchen, 13: Heutzutage, im digitalen Zeitalter, verlieren die Menschen... ihre persönliche Privatsphäre.

Brasilien, Mädchen, 13: Im Internet teilen die Menschen ihre Informationen... Das kann gefährlich sein, wenn eine Person mit bösen Absichten Zugang dazu hat.

Kanada, Mädchen, 15: Es geht um Identitätsdiebstahl, Stalker, Arbeitgeber, die deine Daten überprüfen, Erpressung, alles Mögliche.

Kanada, Mädchen, 15: Warum sollte man nicht besorgt sein? Denkt darüber nach. Man bekommt Social Media umsonst, aber die Unternehmen, denen diese Plattformen gehören, schwimmen im Geld. Sicherlich gibt es einen Grund für ihr Einkommen, und der hängt höchstwahrscheinlich damit zusammen, was sie mit unseren Daten machen.

5.1 Datenschutz gegenüber kommerziellen Anbietern

Die Bedenken der Kinder in Bezug auf ihre Privatsphäre gegenüber kommerziellen Angeboten konzentrieren sich hauptsächlich auf soziale Medien sowie auf Apps und Websites. Einige Kinder sagen, dass sie sich bewusst sind, dass Unternehmen ihre Daten sammeln, weil sie erkennen, dass bestimmte Werbungen und andere Inhalte auf Algorithmen beruhen.

Kanada, Mädchen, 18: Ich bin... besorgt darüber, dass meine Daten weitergegeben werden, weil ich trotz aktivierter Datenschutzeinstellungen meine Vorlieben in der Werbung sehen kann und oft Spam-Mails bekomme, weil meine E-Mail-Adresse weitergegeben wird.

Kanada, Junge, 14: Man sollte großen Unternehmen nicht komplett vertrauen, da sie leicht deine Daten verkaufen könnten.

Norwegen, Mädchen, 17: Es ist ein bisschen beängstigend, darüber nachzudenken, warum kostenlose Apps so viel Geld haben. Ich frage mich auch nach ihrer Motivation, eine kostenlose App zu machen. Vielleicht verkaufen sie meine Bilder, Daten usw.

Philippinen, Mädchen, Alter unbekannt: Nur, weil ich soziale Medien kostenlos nutzen kann... sollten [Social-Media-Unternehmen nicht in der Lage sein,] auch meine Daten kostenlos zu nutzen. Meine persönlichen Daten sind immer noch meine Privatsphäre.

Brasilien, Mädchen, 14 Jahre: Das Ziel der Werbetreibenden... war es nie, das Leben der Menschen zu erhalten oder zu verbessern, sondern reich zu werden und die Kontrolle zu gewinnen.

Kinder wollen, dass kommerzielle Unternehmen deutlich transparenter darlegen, wie Daten gesammelt, gespeichert und genutzt werden. Außerdem wünschen sie sich mehr Kontrolle darüber, wie dies geschieht. Obwohl Kinder akzeptieren, dass sie selbst eine gewisse Verantwortung für den Schutz ihrer Privatsphäre übernehmen sollten, sagen sie, dass die Verantwortung für den Schutz ihrer Privatsphäre im digitalen Umfeld bei den Regierungen und Technologieunternehmen liegt. Die Hälfte der Kinder, die die Notwendigkeit des Schutzes ihrer Privatsphäre diskutiert haben, sagt, dass sie kaum oder nur wenig formelle Möglichkeiten hatten, zu lernen, wie sie ihre persönlichen Daten online schützen können.

Ghana, Geschlecht und Alter unbekannt: [Ich muss mehr über] Sicherheit und Schutz lernen... aber ich habe keinen Lehrer [der das lehren kann].

Portugal, Junge, 15: Keiner hat mir jemals gesagt, was die besten Techniken sind, um meine Daten zu schützen.

Kinder, vor allem die in einkommensstarken Ländern, wollen, dass die Regierungen Gesetze erlassen oder regulieren, wie Unternehmen auf ihre Daten zugreifen und diese nutzen können.

Großbritannien, Junge, 15: Mehr Gesetze, besonders für [die] unter 18; man sollte die Wahl haben, was gespeichert wird.

Kanada, Mädchen, 15: Ich würde das Gesetz darüber ändern, was Unternehmen sammeln und weitergeben dürfen und was nicht.

Neuseeland, Mädchen, 16: Ich würde ... die Gesetze ändern, [um sicherzustellen], dass Unternehmen nicht die Macht haben, persönliche Daten von Menschen ohne deren Zustimmung zu nutzen und weiterzugeben.

Kinder auf der ganzen Welt fordern, dass kommerzielle Unternehmen darlegen, wie sie die Daten von Kindern sammeln, speichern und nutzen. Kinder wollen Garantien, dass sie nicht Gegenstand kommerzieller Ausbeutung sind. Viele fordern daher die Regierungen auf, Gesetze zu erlassen, um ihre Daten zu schützen und die Online-Überwachung von Kindern durch die Industrie zu unterbinden.

Vereinigte Arabische Emirate, Mädchen, 17: Regierungen werden wichtige Informationen über das Land schützen. Unternehmen werden Daten über das Unternehmen oder darüber, wie hoch ihr Einkommen ist, schützen.

5.2 Privatsphäre gegenüber staatlichen Institutionen

Kinder neigen dazu, Regierungen weitaus mehr Vertrauen zu schenken als kommerziellen Einrichtungen, wenn es um das Sammeln von Daten geht, da sie glauben, dass Regierungen offener damit umgehen, welche Informationen sie sammeln. Aber in Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen berichten einige Kinder über Bedenken, dass Regierungen sensible Informationen - insbesondere biometrische Daten - sammeln und verwenden.

Neuseeland, Junge, 17: Die Regierungen sind transparenter darüber, was sie sammeln.

Rumänien, Mädchen, 16: [Die Regierungen] werden die Daten, die mit ... biometrischen Überwachungstechnologien gesammelt werden, ohne die Zustimmung der Menschen [verwenden].

Kinder fühlen sich mit der Datenerhebung durch die Regierung wohler als mit der durch private Unternehmen oder Eltern, aber sie wünschen sich mehr Transparenz darüber, welche Daten die Regierungen erheben und warum.

5.3 Sicherheit

Kinder äußern auch Bedenken über Hacker und andere Drittpersonen, die ihre Identitäten stehlen könnten. Einige stellen aufgrund von Sicherheitsbedenken nur eingeschränkte Informationen über sich selbst online.

Pakistan, Mädchen, 12: In diesem digitalen Zeitalter ist Cyberkriminalität sehr verbreitet und das häufigste Cyberverbrechen von allen ist Identitätsdiebstahl durch die Erstellung eines gefälschten Profils.

Chile, Gruppenantwort: Es ist unser Recht, einen Namen zu haben. Auf Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp wird nach deinem Namen/ falscher Identität gefragt - jemand kann Informationen über dich im Internet finden und dich verletzen.


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